TEBER – Forschungsschwerpunkt Analyse und Förderung evidenzbasierten Denkens angehender und berufstätiger Lehrkräfte

Kontakt:

Prof. Dr. Matthias Nückles

Abteilung Empirische Unterrichts- und Schul­forschung

matthias.nueckles|at|ezw.uni-freiburg.de



TEBER


Forschungsschwerpunkt Analyse und Förderung evidenzbasierten Denkens angehender und berufstätiger Lehrkräfte

Teachers‘ Evidence-Based Reasoning

Die Fähigkeit, Unterricht auf Grundlage wissenschaftlich fundierter pädagogischer und didaktischer Prinzipien zu gestalten, wird immer deutlicher als Ziel der Ausbildung angehender Lehrkräfte sowohl vonseiten der Bildungsforschung als auch der Bildungspolitik gesehen. In diesem Zusammenhang wird häufig auf das Theory-Practice-Gap verwiesen, wonach die Bildungswissenschaften (Pädagogische Psychologie, Empirische Lehr-Lern-Forschung) einen großen Fundus an praxisrelevantem wissenschaftlichem Wissen erarbeitet haben, welcher aber bislang kaum Eingang die Unterrichtspraxis von Lehrkräften findet. Die Ursachen für dieses Problem sind vielfältig. Eine Hauptursache sind die spärlichen universitären Lerngelegenheiten im bildungswissenschaftlichen Bereich, die dazu führen, dass Lehrkräfte didaktische Entscheidungen im Alltag meist ohne Rückgriff auf das Wissen der Lehr-Lern-Forschung treffen. Darüber hinaus mangelt es auch an einer theoretischen Konzeption von evidenzbasierter Lehre und der jeweils spezifischen Funktion, die fachwissenschaftlichem, fachdidaktischem und bildungswissenschaftlichem Wissen in Hinblick auf die Planung und Gestaltung von Unterricht zukommt.


Kooperation: Prof. Dr. Thamar Voss und Prof. Dr. Jörg Wittwer, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Freiburg

TIPS

Förderung didaktischer Argumentationskompetenz von angehenden Lehrkräften

Teachers as Informed Pragmatists

Lehren kann aus wissenschaftstheoretischer Perspektive als komplexes Problemlösen konzipiert werden (Lampert, 1985; Wegner, Anders, & Nückles, 2014). Dies bedeutet, dass es bei der Planung von Unterricht grundsätzlich verschiedene didaktische Möglichkeiten gibt, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, und man daher abwägen können muss, welche Strategie oder Kombination aus Strategien sich vermutlich als am günstigsten erweisen wird. Weitgehend unerforscht ist, wie diese Fähigkeit, das eigene didaktische Handeln unter Rückgriff auf wissenschaftliches Wissen zu begründen, angehenden Lehrkräften vermittelt werden kann. Daher haben wir ein theoretisches Modell entwickelt, welches die Prozesse didaktischer Argumentationskompetenz spezifiziert. Das Modell basiert auf der Argumentationstheorie von Toulmin (1958, 2003) und greift wissenschaftstheoretische Überlegungen zum Theorie-Praxis-Problem in der Psychotherapieforschung auf, insbesondere die Unterscheidung epistemologischer Aussagentypen nach Bunge (1966; vgl. Perrez, 1998). Auf Basis dieses Modells entwickeln wir Selbstlernmaterialien (E-Portfolio-Aufgaben, Lösungsbeispiele, Tutorials) und testen diese im Rahmen von Interventionsstudien mit dem Ziel, angehenden Lehrkräften didaktisches Argumentieren zu vermitteln.


Kontakt: Roland Ebert-Glang und Prof. Dr. Matthias Nückles

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der 2. Förderphase des Freiburger Verbundprojekts Researching Practice – Practicing Research in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung

Veröffentlichungen

Schuba, C., & Nückles, M. (2020). “Teachers as informed pragmatists”: Supporting preservice history teachers’ didactic reasoning by argumentative writing [Paper presentation]. Annual Meeting of the American Educational Research Association, San Francisco, CA, United States of America.

Nückles, M., & Schuba, C. (2019). „Teachers as Informed Pragmatists“ – ein theoretisches Modell und empirische Befunde zur Förderung didaktischer Argumentationskompetenz von angehenden Lehrkräften. In BMBF (Hrsg.), Profilbildung im Lehramtsstudium. Beiträge der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ zur individuellen Orientierung, curricularen Entwicklung und institutionellen Verankerung (S. 132–142). BMBF.

DICE

Berücksichtigen Mathematiklehrkräfte pädagogisch-psychologische Evidenz zur Theorie der kognitiven Belastung, wenn sie die Schwierigkeit von Mathematikaufgaben für Schüler*innen beurteilen?

Diagnostic Competence

Die Fähigkeit, die Schwierigkeit von Aufgaben für Schüler*innen einschätzen zu können, ist eine wichtige Facette diagnostischer Kompetenz. Lehrkräfte benötigen dazu einerseits fachdidaktisches Wissen über schwierigkeitsgenerierende Merkmale von Aufgaben (Ostermann, Leuders & Nückles, 2015). Andererseits sollten sie auch pädagogisch-psychologische Prinzipien zur didaktischen Gestaltung von Aufgaben heranziehen, wie sie aus der Cognitive Load Theory (CLT) abgeleitet und vielfach empirisch belegt worden sind (z.B. integriertes Format, Lösungsbeispiele und Zwischenziele, vgl. Sweller, Ayres, & Kalyuga, 2011). Beziehen Mathematiklehrkräfte, wenn sie die Schwierigkeit von Aufgaben für Schüler*innen beurteilen, diese evidenzbasierten CLT-Prinzipien mit ein? Dieser Frage gehen wir in empirischen Studien nach, in denen wir angehenden und berufstätigen Lehrkräften nach den Prinzipien der Cognitive Load Theory didaktisch optimierte (z.B. mit integriertem Format) und nicht optimierte Mathematikaufgaben (z.B. Split-Attention-Format) vorlegen und die Teilnehmer*innen bitten, einzuschätzen, wie schwer die Aufgaben für Schüler*innen vermutlich zu lösen sind. Diese Einschätzungen vergleichen wir dann mit den empirisch ermittelten tatsächlichen Aufgabenschwierigkeiten.


Kontakt: Prof. Dr. Matthias Nückles

Kooperation: Prof. Dr. Timo Leuders (Pädagogische Hochschule Freiburg)

Finanzierung: Eigenmittel sowie Förderung im Rahmen des vom Land Baden-Württemberg finanzierten Promotionskollegs „Fachbezogene Pädagogische Kompetenzen und Wissenschaftsverständnis – Pädagogische Professionalität in Mathematik und Naturwissenschaften (ProMatNat, Sprecher: Prof. Dr. Matthias Nückles und Prof. Dr. Timo Leuders)





Veröffentlichungen

Wagner, S., Bauersfeld, J., & Nückles, M. (2020). Berücksichtigen Mathematiklehrkräfte pädagogisch-psychologische Evidenz zur Theorie der kognitiven Belastung, wenn sie die Schwierigkeit von Mathematikaufgaben für Schüler*innen beurteilen? Vortrag angenommen bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung, Potsdam.

Lachner, A., Weinhuber, M., & Nückles, M. (2019). To teach or not to teach the conceptual structure of mathematics? Teachers undervalue the potential of principle-oriented explanations. Contemporary Educational Psychology, 58, 175–185. https://doi.org/10.1016/j.cedpsych.2019.03.008

Ostermann, A., Leuders, T., & Nückles, M. (2018). Improving the judgment of task difficulties: Prospective teachers’ diagnostic competence in the area of functions and graphs. Journal of Mathematics Teacher Education, 21, 579–605. https://doi.org/10.1007/s10857-017-9369-z

Ostermann, A., Leuders, T., & Nückles, M. (2015). Wissen, was Schülerinnen und Schülern schwerfällt. Welche Faktoren beeinflussen die Schwierigkeitseinschätzung von Mathematikaufgaben? Journal für Mathematikdidaktik, 36, 45–76. https://doi.org/10.1007/s13138-015-0073-1

Hellmann, K., & Nückles, M. (2013). Expert blind spot in pre-service and in-service math-ematics teachers: Task design moderates overestimation of novices’ performance. In M. Knauff, M. Pauen, N. Sebanz, & I. Wachsmuth (Eds.), Proceedings of the 35th Annual Conference of the Cognitive Science Society (pp. 2518–2523). Cognitive Science Society.

AIM

Durch welches Lehrtraining werden angehende Lehrkräfte besser befähigt, Schüler*innen Strategien zur Interpretation von Texten zu vermitteln?

Explaining, Modelling, Practicing

Schüler*innen zu vermitteln, wie man sich sinnentnehmend – also interpretierend – mit Texten auseinandersetzt, ist Schulfach übergreifend eine wichtige Tätigkeit (englisch: Core Practice) von Lehrkräften. Reciprocal Teaching ist ein kooperatives Lesetraining zum sinnentnehmenden Lesen, das durch eine Vielzahl an Studien empirisch sehr gut belegt ist. Wie können angehende Lehrkräfte möglichst effektiv lernen, Reciprocal Teaching mit Schüler*innen durchzuführen? Wie sollte ein Lehrtraining zu Reciprocal Teaching optimal gestaltet sein? Zur Beantwortung dieser Fragen haben wir verschiedene Versionen eines Lehrtrainings entwickelt, die sich in der Abfolge zentraler Bausteine unterscheiden. Derzeit prüfen wir im Rahmen einer experimentellen Interventionsstudie: (a) Ist es günstiger, angehende Lehrkräfte zunächst über die theoretischen Prinzipien und konkreten Strategien von Reciprocal Teaching zu informieren, bevor sie eigenständig mit Schüler*innen Reciprocal Teaching praktisch durchführen? (b) Oder ist es vielmehr besser, die Lehramtsstudierenden zunächst ohne Vorinformation praktische Erfahrungen in der Leseförderung mit Schüler*innen sammeln zu lassen, bevor sie danach die die theoretischen Prinzipien dargelegt und konkreten Strategien gezeigt bekommen? Mit unserer experimentellen Interventionsstudie hoffen wir, zwischen beiden alternativen Hypothesen entscheiden zu können.


Kontakt: Oberstudienrätin Imke Broß, Dr. Anja Prinz, Dr. Anna Altmann

Kooperation: Prof. Dr. Marc Kleinknecht und Dr. Kira Weber (Leuphana-Universität Lüneburg)

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der 2. Förderphase des Freiburger Verbundprojekts Researching Practice – Practicing Research in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung

Veröffentlichungen

Altmann, A. F., Weber, K. E., Prilop, C. N., Kleinknecht, M., & Nückles, M. (2019). Förderung von Kernkompetenzen in der Lehramtsausbildung durch videobasiertes Microteaching und Peerfeedback. In T. Ehmke, P. Kuhl & M. Pietsch (Hrsg.), Lehrer. Bildung. Gestalten. Beiträge zur empirischen Forschung in der Lehrerbildung (S. 213–223). Beltz Juventa Verlag.

ESCOP – Forschungsschwerpunkt Merkmale und Bedingungen lernförderlicher Erklärungen

Kontakt

Prof. Dr. Matthias Nückles

Abteilung Empirische Unterrichts- und Schul­forschung

matthias.nueckles|at|ezw.uni-freiburg.de



ESCOP


Forschungsschwerpunkt Merkmale und Bedingungen lernförderlicher Erklärungen

Explaining as Core Competence

Erklärungen sind allgegenwärtig im Unterricht. Fragt man Schüler*innen, was eine gute Lehrkraft auszeichnet, erhält man typischerweise die Antwort: „Das ist jemand, der bzw. die gut erklären kann“. Erklären kann insofern als eine Kernkompetenz von Lehrenden verstanden werden. Erklärungen spielen aber auch außerhalb des schulischen Unterrichts eine wichtige Rolle. Erklärungen für unverstandene Ereignisse und Phänomene zu geben oder zu bekommen, ist ein Grundbedürfnis des Menschen und die Triebfeder für naturwissenschaftliche, metaphysische und theologische Erkenntnisbemühungen. Trotz ihrer Allgegenwärtigkeit im Unterricht sind Erklärungen vergleichsweise wenig erforscht. Aus diesem Grund haben wir ein Forschungsprogramm begonnen, in dem wir Merkmale und Prozesse beim Produzieren lernförderlicher Erklärungen untersuchen.

LEBEX

Learning by Explaining

Lernen durch Erklärung

Ziel dieses Projekts ist es, die Effektivität des „Lernens durch Erklären“ als Unterrichtsmethode zur Erleichterung des Lernens von Schülern in einer Stichprobe von Sekundarschülern in akademischen Schulen (sozialwissenschaftliches Gymnasium) in Süddeutschland zu untersuchen. Wir führen ein randomisiert-kontrolliertes Experiment mit einem 2 x 2 Design durch (Prompts: mit oder ohne; Modalität der Erklärungen: mündlich oder schriftlich). Das Experiment wird in den folgenden fünf Phasen durchgeführt. In der ersten Phase (Pre-Test-Phase) machen alle Studierenden einen Test über den Lerninhalt (15 Minuten). In der zweiten Phase (Vorlesungsphase) werden die Studierenden 30 Minuten lang in die Theorie der psychologischen Theorie eingeführt. In der dritten Phase (Lernphase) werden die Studierenden nach dem Zufallsprinzip entweder einer Kontrollbedingung zugewiesen, in der die Studierenden den Text über den Lerninhalt lesen, um das gerade gelernte Material erneut zu studieren, oder einer der vier experimentellen Bedingungen, in denen die Studierenden aufgefordert werden, mit der Erwartung zu lernen, dass sie das gelernte Konzept später einem anderen Teilnehmer erklären (Lernen durch Erklären). Unter den vier Versuchsbedingungen erhalten zwei Bedingungen „Prompts“, während die anderen beiden keine Prompts erhalten. Die Prompts sollen den Schülern helfen, wirksame kognitive und metakognitive Strategien anzuwenden, um ihre selbstgesteuerten Lernprozesse zu erleichtern. In der vierten Phase (Überarbeitungsphase) können die Schüler in den Versuchsbedingungen die Erklärungen, die sie entweder geschrieben oder als Sprache aufgezeichnet haben, überarbeiten, um ihre Erklärungen zu vervollständigen (30 Minuten). In der letzten Phase (Post-Test-Phase) werden alle Schüler erneut auf ihr Wissen über das gelernte Konzept getestet (45 Minuten). Wir gehen davon aus, dass alle Versuchsgruppen signifikant besser abschneiden als die Kontrollgruppe, was die Effektivität der Methode „Lernen durch Erklären“ auf die Lernergebnisse der Schüler bestätigt. Außerdem erwarten wir, dass Schüler, die Prompts erhalten, im Test besser abschneiden als diejenigen, die keine Prompts erhalten (Haupteffekte der Prompts), und dass Schüler, die mündliche Erklärungen erhalten, besser abschneiden als diejenigen, die schriftliche Erklärungen erhalten (Haupteffekte der Modalität). Schließlich untersuchen wir das Zusammenspiel zwischen den Prompts und der Modalität auf die Lernergebnisse der Schüler (Interaktionseffekt). Im Rahmen dieses Projekts werden die Ergebnisse früherer Untersuchungen zum „Lerntagebücher“ validiert, wobei zum ersten Mal ein Rahmen für „Lernen durch Erklären“ verwendet wird. Wir werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wirksamkeit dieser beiden etablierten und leicht umsetzbaren Unterrichtsmethoden diskutieren und Vorschläge für die praktische Anwendung in Bildungseinrichtungen machen.

Kontakt: Prof. Dr. Matthias Nückles, Dr. Ai Miyamoto, Florian Luft

Finanzierung: MWK Baden-Württemberg (Ministerium für Wissenschaft und Kunst)

MING

Mindset-Priming

Wie Vorstellungen über Mathematikunterricht die Lehrkraft unbewusst beeinflussen, welche Art von Erklärung sie Schüler*innen gibt

Erklärungen zu mathematischen Aufgaben sollten prinzipienorientiert gestaltet sein, d.h. es sollten nicht lediglich die Lösungsschritte skizziert werden, sondern die Lehrkraft sollte auch erläutern, warum ein bestimmter Lösungsschritt notwendig ist. Solche prinzipienorientierten Erklärungen erleichtern es Schüler*innen, den tieferen Sinn der Lösungsschritte zu verstehen und so flexibel anwendbares Mathematikwissen zu erwerben. Nun hat jedoch die TIMSS-Video-Studie zum Mathematikunterricht Hinweise erbracht, wonach Lehrkräfte entgegen ihrer anfänglichen Intention im Verlaufe einer Mathematikstunde zunehmend prozedural statt prinzipienorientiert erklären, d.h. sich auf die bloße Vermittlung von Lösungsschritten ohne Diskussion des Warums beschränken. Unsere Hypothese ist, dass die Absicht, welche eine Lehrkraft beim Erklären verfolgt, leicht durch Einflüsse der Unterrichtssituation modifiziert werden kann, etwa wenn die Schüler*innen Desinteresse oder Überforderung in Bezug auf eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Lernstoff signalisieren. Solche Einflüsse können sogar unbewusst wirken, d.h. die Lehrkraft merkt gar nicht, dass sie sich durch die Unterrichtssituation und das Verhalten der Schülerinnen und Schüler beeinflussen lässt. Zur Prüfung dieser Beeinflussbarkeits-Hypothese führen wir Experimente durch, in denen wir versuchen, bei Lehrkräften eine prozedurale oder prinzipienorientierte Denkweise über Mathematiklehren zu evozieren. Die bisher durchgeführten Experimente zeigen, dass die jeweils nahegelegte Denkweise tatsächlich das Handeln beeinflusst, die Lehrkräfte also stärker prozedurale oder stärker prinzipienorientierte Erklärungen geben, ohne sich dessen bewusst zu sein. In weiterführenden Studien wollen wir nun versuchen, diese Befunde aus dem Labor in unterrichtsnahen Situationen unter realistischen Bedingungen zu replizieren.


Kontakt: Prof. Dr. Matthias Nückles

Finanzierung: Eigenmittel sowie Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Promotionskollegs CURIOUS (Curriculum, Instruktion und Lernprozess) als Teil des Freiburger Projekts in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (Sprecher: Prof. Matthias Nückles und Prof. Timo Leuders)

Veröffentlichungen

Nückles, M., Weinhuber, M., & Lachner, A. (2019, August 12–16). The impact of mindset-priming on student teachers’ written and oral explanations in mathematics [Paper presentation]. 18th Biennial Conference of the European Association for Research on Learning and Instruction (EARLI), Aachen, Germany.

Weinhuber, M., Lachner, A., Leuders, T., & Nückles, M. (2019). Mathematics is practice or argumentation: Mindset priming impacts principle- and procedure-orientation of teachers’ explanations. Journal of Experimental Psychology: Applied, 25, 618–646. https://doi.org/10.1037/xap0000227

Lachner, A., & Nückles, M. (2016). Tell me why! Content knowledge predicts process-orientation of math researchers’ and math teachers’ explanations. Instructional Science, 44, 221–242. https://doi.org/10.1007/s11251-015-9365-6

CohViz

Computergestütztes grafisches Feedback beim Schreiben von Erklärungen

Die Fähigkeit, das im Studium erworbene Fachwissen anderen zu vermitteln, wird heutzutage in vielen Berufen von Hochschulabsolvent*innen verlangt. Das Formulieren verständlicher Erklärungen fällt allerdings den meisten Studierenden – als Novizen bei der Formulierung von Erklärungen – schwer und erfordert daher viel Übung. Eine Hauptschwierigkeit beim Schreiben ist das Herstellen von Kohäsion, also die Fähigkeit, so zu formulieren, dass es Leser*innen ohne spezielles Vorwissen leichtfällt, die Bedeutungen der einzelnen Sätze miteinander zu verbinden und einen roten Faden im Text zu erkennen. Ausgehend von Experten-Novizen-Studien in der Medizin haben wir das webbasierte Feedbacktool CohViz entwickelt, welches Schreibenden automatisiert Feedback über die Kohäsion ihrer selbst verfassten Texte gibt und Kohäsionslücken grafisch sichtbar macht. In mehreren Experimenten konnten wir zeigen, dass CohViz-Feedback Studierenden hilft, die Kohäsion und damit zugleich die Verständlichkeit der von ihnen verfassten Erklärungen zu fachlichen Themen zu verbessern. Unsere derzeitigen Forschungsarbeiten zu CohViz beziehen sich auf die Fragen, wie valide und reliabel CohViz das linguistische Textmerkmal Kohäsion erfasst und wie instruktionale Maßnahmen, beispielsweise die räumliche Integration oder Signaling-Techniken, spezifische Komponenten der Textkohäsion fördern.


Kontakt: Christian Burkhart

Kooperation: Jun.-Prof. Dr. Andreas Lachner (Universität Tübingen)

Finanzierung: Eigenmittel, Förderung des Landes Baden-Württemberg im Rahmen der Förderlinie „Lehrerbildung in Baden-Württemberg“, sowie Förderung durch die Wissenschaftliche Gesellschaft Freiburg



Veröffentlichungen

Burkhart, C., Lachner, A., & Nückles, M. (2020). Using spatial contiguity and signaling to optimize visual feedback on students’ written explanations. Journal of Educational Psychology. Advance online publication. https://doi.org/10.1037/edu0000607

Burkhart, C., Lachner, A., & Nückles M. (2020) Assisting students’ writing with computer-based concept map feedback: A validation study of the CohViz feedback system. PloS ONE 15: e0235209. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0235209

Lachner, A., Backfisch, I., & Nückles, M. (2018). Does the accuracy matter? Accurate concept map feedback helps students improve the cohesion of their explanations. Educational Technology Research & Development, 66, 1051–1067. https://doi.org/10.1007/s11423-018-9571-4

Lachner, A., Burkhart, C., & Nückles, M. (2017). Mind the gap! Automated concept-map feedback supports students in writing cohesive explanations. Journal of Experimental Psychology. Applied, 23, 29–46. https://doi.org/10.1037/xap0000111

Lachner, A., Burkhart, C., & Nückles, M. (2017). Formative computer-based feedback in the university classroom: Specific concept maps scaffold students’ writing. Computers in Human Behavior, 72, 459–469. https://doi.org/10.1016/j.chb.2017.03.008

Lachner, A., & Nückles, M. (2015). Bothered by abstractness or engaged by cohesion? Experts’ explanations enhance novices’ deep-learning. Journal of Experimental Psychology: Applied, 21, 101–115. https://doi.org/10.1037/xap0000038

SRL – Forschungsschwerpunkt Selbstreguliertes Lernen

Kontakt

Prof. Dr. Matthias Nückles

Abteilung Empirische Unterrichts- und Schul­forschung

matthias.nueckles|at|ezw.uni-freiburg.de



SRL


Forschungsschwerpunkt Selbstreguliertes Lernen

Self-Regulated Learning



FLOW

Selbstreguliertes Lernen durch Schreiben

Freiburg Self-Regulated-Journal-Writing Approach

Die Fähigkeit zu selbstreguliertem Lernen gilt in Schule, Studium und Erwachsenenbildung als Schlüsselkompetenz. Das Lerntagebuch ist eine aussichtsreiche Methode, um selbstreguliertes Lernen durch Schreiben zu ermöglichen. Bei unserer Konzeption des Lerntagebuchs handelt es sich um eine freie Form des Schreibens, durch die eine Reflektion der Lerninhalte und des eigenen Lernprozesses erreicht werden soll. Damit diese Reflektion produktiv wird, erhalten die Lernenden Leitfragen, die sie anregen, Lernstrategien beim Schreiben einzusetzen, wie etwa das Entwickeln eigener Beispiele zu Veranschaulichung abstrakter Begriffe oder das Erkennen und eigenständige Schließen von Verständnislücken. In 16 experimentellen und 4 korrelativen Studien haben wir untersucht, wie das Lerntagebuchschreiben optimal didaktisch angeleitet werden sollte, welche Lernprozesse angeregt werden und welche Effekte auf den Lernerfolg resultieren. Derzeit untersuchen wir, inwiefern das Lerntagebuchschreiben auch in der Ausbildung angehender Lehrkräfte produktiv eingesetzt werden kann, um etwa bei der Planung von Unterricht die Konstruktion didaktischer Argumente und Prozesse der Wissensintegration zu unterstützen.


Kontakt: Prof. Dr. Matthias Nückles, Dr. Ai Miyamoto, Florian Luft

Kooperation: Prof. Dr. Alexander Renkl und Dr. Inga Glogger-Frey (Institut für Psychologie, Universität Freiburg), Prof. Dr. Julian Roelle (Universität Bochum)

Finanzierung: Eigenmittel, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Promotionskollegs CURIOUS (Curriculum, Instruktion und Lernprozess) als Teil des Freiburger Projekts in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (Sprecher: Prof. Matthias Nückles und Prof. Timo Leuders) sowie Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) NU 129/2-1.



PrE-P

Professionsorientiertes E-Portfolio im Lehramtsstudium

Fostering Self-Regulated Learning by E-Portfolios in Teacher Education

Wie stehen Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaft zueinander in Beziehung? Und wie kommen sie beim Unterrichten zur Anwendung? Das Erkennen der Zusammenhänge von Wissensbeständen aus diesen drei Bereichen fällt vielen Lehramtsstudierenden schwer. Da das Lehramtsstudium an vielen Standorten in Deutschland noch durch wenig aufeinander abgestimmte Studienstrukturen gekennzeichnet ist, sind Fähigkeiten in der selbstgesteuerten Kohärenzkonstruktion, d.h. der eigenständigen Verknüpfung verschiedener Lerninhalte, jedoch zentral. Zur Förderung dieser Fähigkeiten wird am Standort Freiburg ein E-Portfolio konzipiert, das die Lehramtsstudierenden über die gesamte Bachelorphase begleitet. Wir entwickeln Lernaufgaben zur Förderung der horizontalen Kohärenz, d.h. zur Vernetzung von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaft. Die kontinuierliche Bearbeitung dieser Aufgaben im E-Portfolio soll bei den Studierenden zum einen Prozesse der Wissensvernetzung anregen und sie so beim Aufbau kohärenter Wissensstrukturen unterstützen. Zum anderen soll die Entwicklung einer professionsorientierten Perspektive, d.h. die Verknüpfung der Studieninhalte mit den späteren beruflichen Tätigkeiten, begünstigt werden. Daher stehen bei der Aufgabengestaltung sogenannte Core Practices, zentrale Tätigkeiten einer Lehrkraft wie Erklärungen geben oder Lernziele formulieren, im Fokus. Durch die Bearbeitung der Portfolioaufgaben soll für die Studierenden erfahrbar werden, welche Relevanz die Core Practices auch für den eigenen Lernprozess haben. Darüber hinaus soll die individuelle Auseinandersetzung mit dem Lehrkraftberuf optimiert werden, sodass die Bachelorstudierenden reflektierte Übergangsentscheidungen bezüglich des Master of Education treffen können.


Kontakt: Julia Münch, Prof. Dr. Matthias Nückles

Kooperation: Verbundprojekt mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg in der School of Education FACE

Finanzierung: Landesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg im Rahmen des Fonds „Erfolgreich Studieren in Baden-Württemberg“ in der „Förderlinie 4: Eignung und Auswahl



FenCeS

First-Generation College Students: Academic Achievement & Experience of Strangeness

Studienerfolg und Fremdheitserleben von Erstakademiker*innen

Das Ziel des Forschungsvorhabens ist es, Unterschiede im Lernen zwischen Studierenden aus einem nicht akademischen Elternhaus und Studierenden aus einem akademischen Elternhaus zu untersuchen. Zudem sollen Faktoren identifiziert werden, die dazu beitragen, das Fremdheitserleben von Erstakademiker*innen zu reduzieren, um ihnen zu ermöglichen, ihr volles Bildungspotential im Studium auszuschöpfen. Darauf aufbauend möchten wir Empfehlungen erarbeiten, wie Erstakademiker*innen während ihres Studiums und in ihrem Lernprozess gezielt unterstützt werden können.


Kontakt: Dr. Johannes Vollmer

Finanzierung: Eigenmittel und Sachbeihilfe der Wissenschaftlichen Gesellschaft Freiburg

Veröffentlichungen

Nückles, M., Roelle, J., Glogger-Frey, I., Waldeyer, J., & Renkl, A. (2020). The self-regulation-view in writing-to-learn: Using journal writing to optimize cognitive load in self-regulated learning. Educational Psychology Review. https://doi.org/10.1007/s10648-020-09541-1

Roelle, J., & Nückles, M. (2019). Generative learning versus retrieval practice in learning from text: The cohesion and elaboration of the text matters. Journal of Educational Psychology, 111, 1341–1361. https://doi.org/10.1037/edu0000345

Wäschle, K., Gebhardt, A., Oberbusch E. M., & Nückles, N. (2015). Journal writing in science: Effects on comprehension, interest, and critical reflection. Journal of Writing Research, 7, 41–64. https://doi.org/10.17239/jowr-2015.07.01.03

Graichen, M., Wegner, E., & Nückles, M. (2019). Wie können Lehramtsstudierende beim Lernen durch Schreiben von Lernprotokollen unterstützt werden, dass die Kohärenz und Anwendbarkeit des erworbenen Professionswissens verbessert wird? Unterrichtswissenschaft, 47, 7–28. https://doi.org/10.1007/s42010-019-00042-x

TINEO – Spielerisch sozial-emotionale Kompetenz

Kontakt

Prof. Dr. Catherine Gunzenhauser

Abteilung Erziehung und Sozialisation

catherine.gunzenhauser|at|ezw.uni-freiburg.de



Alle Forschungsprojekte der Abteilung

TINEO


Spielerisch sozial-emotionale Kompetenz

Developing social-emotional competence in preschool

Kinder erwerben im Kindergartenalter verschiedene Verhaltensweisen, die es ihnen ermöglichen, das eigene emotionale Erleben und den Emotionsausdruck der Situation entsprechend anzupassen und wirksam mit anderen Personen zu interagieren. Kinder entwickeln diese emotionalen und sozialen Fähigkeiten nicht allein, sondern gemeinsam mit ihren Erzieher*innen und Spielpartner*innen. Die Unterstützung der sozial-emotionalen Kompetenz durch Bezugspersonen im Kindergarten trägt zur Schulreife bei und wirkt sich positiv auf den weiteren Bildungserfolg der Kinder aus. Im laufenden Projekt TINEO untersuchen wir, welche Interaktionen mit Erzieher*innen hilfreich für die Entwicklung der sozial-emotionalen Kompetenz sind. Dabei stützen wir uns auf ein theoretisches Modell, das ursprünglich für den Familienkontext entwickelt wurde (Morris et al., 2007) und wenden es auf den Kindergartenkontext an. Außerdem steht im Fokus, inwieweit Kinder je nach ihren Temperamentsmerkmalen – etwa der individuellen Neigung zum häufigen und starken Empfinden positiver oder negativer Emotionen – unterschiedlich auf dieselben Verhaltensweisen von pädagogischen Fachkräften reagieren. Das TINEO-Projekt arbeitet mit standardisierter Beobachtung von videographierten Spielsituationen im Kindergarten. Im Mittelpunkt der Auswertung stehen das individuelle Erleben und Verhalten der einzelnen Kinder im Kontext der Kindergruppe.


Kooperation: Prof. Dr. Henrik Saalbach und Franziska Bednarski, M. A. (Universität Leipzig)

Finanzierung: Eigenmittel sowie PreDoc-Award und Qualifonds der Universität Leipzig

Kontakt: Prof. Dr. Catherine Gunzenhauser

Veröffentlichungen

Bednarski, F., Gunzenhauser, C., Streubel, B., Große, G., & Saalbach, H. (2018, October 4–5). Impact of teacher practices on preschooler’s social-emotional development [Poster presentation]. PINA-Conference – Potsdam Research Institute for Early Learning & Educational Action, Potsdam, Germany.

KEeKS – Kindliche Entwicklung von emotionalen Kompetenzen und Sprache

Kontakt

Prof. Dr. Catherine Gunzenhauser

Abteilung Erziehung und Sozialisation

catherine.gunzenhauser|at|ezw.uni-freiburg.de



Alle Forschungsprojekte der Abteilung

KEeKS


Kindliche Entwicklung von emotionalen Kompetenzen und Sprache

Functions of language skills in children’s development of emotional competence

Im Projekt KEeKs interessieren wir uns für die Zusammenhänge zwischen der Entwicklung emotionaler und sprachlicher Kompetenzen im Kindesalter. Empirische Studien liefern erste Belege dafür, dass Kinder mit gut entwickelten sprachlichen Kompetenzen ihren Emotionsausdruck sowie impulsives Verhalten vergleichsweise effizient regulieren können und seltener unter Verhaltensproblemen leiden. Bisher ist jedoch wenig darüber bekannt, wie diese Zusammenhänge zustande kommen. Ein Erklärungsansatz besteht darin, dass gut entwickelte sprachliche Fähigkeiten es Kindern erleichtern, Interaktionen mit ihren Eltern und Erzieher*innen zum Thema Emotionen nachzuvollziehen und ihr Wissen über Emotionen und Emotionsregulationsstrategien begrifflich besser verankern und abrufen zu können. Zudem fällt es Kindern mit gut entwickelten Sprachfähigkeiten möglicherweise leichter, ihre Bedürfnisse und Gefühle zu kommunizieren und so Probleme erfolgreich zu lösen. In derzeit laufenden Studien des Projekts KEeKS konzentrieren wir uns auf die Frage, ob die Entwicklung emotionsspezifischer Sprachfähigkeiten (Breite und Tiefe des Emotionswortschatzes) bei Kindern im Alter von 4 bis 11 Jahren die Entwicklung weiterer emotionaler Kompetenzen wie Emotionserkennung, Wissen über Emotionsregulationsstrategien sowie die Anwendung kognitiver Emotionsregulationsstrategien unterstützt.


Kooperation: Prof. Dr. Henrik Saalbach und Dr. Berit Streubel (Universität Leipzig), Prof. Dr. Gerlind Grosse (Fachhochschule Potsdam)

Finanzierung: Eigenmittel sowie FlexiE-Fonds der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät, Universität Leipzig

Kontakt: Prof. Dr. Catherine Gunzenhauser

Veröffentlichungen

Grosse, G., Streubel, B., Gunzenhauser, C., & Saalbach, H. (2021). Let’s talk about emotions: The development of children’s emotion vocabulary from 4 to 11 years of age. Affective Science. https://doi.org/10.1007/s42761-021-00040-2

Streubel, B., Gunzenhauser C., Grosse, G., & Saalbach, H. (2020). Emotion-specific vocabulary and its contribution to emotion understanding in 4- to 9-year-old children. Journal of Experimental Child Psychology, 193. https://doi.org/10.1016/j.jecp.2019.104790

Grosse, G., Schulze, C., Streubel., B., Gunzenhauser, C., Svensson, F., Imai, M., Saji., N., & Saalbach, H. (2020, January 8–9). Diving deep: Mechanisms of children’s semantic field acquisition [Poster presentation]. 10. Budapest CEU Conference on Cognitive Development, Budapest, Hungary.

Grosse, G., Streubel., B., Gunzenhauser, C., & Saalbach, H. (2019, September 9–12). Let’s talk about emotions: Breadth and depth of children’s emotion vocabulary [Paper presentation]. 2. gemeinsame Tagung der Fachgruppen für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie (paEpsy) der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), Leipzig, Germany.

Streubel, B., Gunzenhauser C., Große, G., & Saalbach, H. (2019, September 9–12). Der Beitrag des passiven und aktiven Emotionsvokabulars zum Wissen über Emotionsregulation bei 4-5jährigen Kindern [Posterpräsentation]. 2. gemeinsame Tagung der Fachgruppen für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie (paEpsy) der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), Leipzig, Deutschland.

Streubel, B., Gunzenhauser C., Grosse, G., & Saalbach, H. (2018, September 17–20). Der Beitrag allgemeiner und emotionsspezifischer Sprachfähigkeiten zum Emotionswissen 4-11jähriger Kinder [Vortrag]. 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), Frankfurt am Main, Deutschland.

Gunzenhauser, C., & Streubel., B., Grosse, G., & Saalbach, H. (2018, August 29–31). Functions of language in children’s development of emotion regulation. In A. von Suchodoletz (Chair), Emotion knowledge, emotion regulation and development in young children [Invited Symposium]. Conference of the Special Interest Group “Learning and Development in Early Childhood” of the European Association for Research on Learning and Instruction (EARLI), Berlin, Germany.

Streubel, B., Gunzenhauser C., Grosse, G., & Saalbach, H. (2017, September 11–14). Joy, pride, contentment – Conception and first results of a vignette test to assess children’s emotional vocabulary [Paper presentation]. 1. gemeinsame Tagung der Fachgruppen für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie (paEpsy) der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), Münster, Germany.

Gunzenhauser C., Gulewitsch M. D., Streubel, B., Saalbach H., von Suchodoletz, A., & Svaldi, J. (2016, September 18–22). Sprachliche Kompetenzen und Einsatz spezifischer Emotionsregulationsstrategien bei Kindern und Jugendlichen [Vortrag]. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), Leipzig, Deutschland.

ExFunKi – Exekutive Funktionen im Kindergarten

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Prof. Dr. Catherine Gunzenhauser

Abteilung Erziehung und Sozialisation

catherine.gunzenhauser|at|ezw.uni-freiburg.de



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ExFunKi


Exekutive Funktionen im Kindergarten

Executive functioning in preschoolers

Ziel des Projekts ExFunKi ist es, eine computerisierte Testbatterie zur Erfassung von exekutiven Funktionen (EF) im Alter von 3–5 Jahren aus dem amerikanischen zu adaptieren, zu normieren und zu validieren. Testbatterie und Normen sollen frei verfügbar sein. Unter exekutiven Funktionen versteht man Kontrollprozesse, die nötig sind, um sich in neuen, ungewohnten Situationen adaptiv und zielgerichtet zu verhalten. Sie stellen eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Bewältigung verschiedener Entwicklungsaufgaben im Vorschulalter und Schulalter dar. Defizite in den exekutiven Funktionen können beispielsweise zu ADHS oder schlechten Schulleistungen führen.Die Diagnostik der exekutiven Funktionen im Vorschulalter ist schwierig, da meist Verhaltensbeobachtungen eingesetzt werden, die aufwändig und nicht ausreichend valide sind. Eine Lösung wäre die Entwicklung einer computerisierten Testbatterie zur Erfassung der exekutiven Funktionen im Vorschulalter. Ziel des Projekts ExFunKi ist es, eine solche Batterie aus dem amerikanischen zu adaptieren, zu normieren und zu validieren.


Kontakt: Prof. Dr. Catherine Gunzenhauser

Kooperation: Prof. Dr. Monika Daseking, Dr. Julia Kerner auch Körner, Bianca Ulitzka, Henning Schmidt (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Gesamtleitung), Prof. Henrik Saalbach und Susanne Enke, M. Sc. (Universität Leipzig), Prof. Dr. Julia Karbach (Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Caterina Gawrilow (Universität Tübingen)

Finanzierung: Eigenmittel


ElKi – Eltern und Kinder meistern die Einschulung

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Prof. Dr. Catherine Gunzenhauser

Abteilung Erziehung und Sozialisation

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ElKi


Eltern und Kinder meistern die Einschulung

Parents and children master school entry

Die Einschulung ist ein Einschnitt im Leben eines Kindes und seiner Eltern. Mit der Studie ElKi möchten wir Kinder und ihre Familien im Übergang zwischen Kindergarten und Schule begleiten. Dabei möchten wir untersuchen, wie bestimmte Bedingungen zu Hause (z. B. der Umgang mit Gefühlen oder dem Lernen) sich darauf auswirken, wie gut Kinder in der Schule zurechtkommen. Wir möchten herausfinden, unter welchen Umständen Kinder sich in der Schule wohl fühlen, Freunde finden und mit dem Lernstoff zurechtkommen.
Darüber hinaus möchten wir in der zusätzlichen Studie ElKi: TiK (Eltern und Kinder meistern die Einschulung mit dem Elterncoaching Tuning in to kids®) sogenannte gefühlsstarke Kinder untersuchen; also Kinder, die oft starke und schwierige Gefühle haben. Wir möchten herausfinden, ob gefühlsstarke Kinder anders mit der Situation der Einschulung zurechtkommen als Kinder, die schwierige Gefühle seltener erleben. Außerdem interessiert uns, ob der Umgang mit Gefühlen oder dem Lernen zu Hause in Familien mit gefühlsstarken Kindern anders ist als in anderen Familien.

Kontakt: Prof. Dr. Catherine Gunzenhauser, Katja Berg

Kooperation: Dr. Nantje Otterpohl (Universität Gießen)

Finanzierung: Eigenmittel sowie Sachbeihilfe der Wissenschaftlichen Gesellschaft Freiburg

Interesse an einer Teilnahme?

Hier finden Sie weitere Informationen zum Tuning in to kids®-Elterncoaching

MoBiLe – Der Beitrag sprachlicher und exekutiver Prozesse zur kognitiven und akademischen Leistung bei ein- und zweisprachigen Grundschulkindern

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Prof. Dr. Catherine Gunzenhauser

Abteilung Erziehung und Sozialisation

catherine.gunzenhauser|at|ezw.uni-freiburg.de



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MoBiLe


Der Beitrag sprachlicher und exekutiver Prozesse zur kognitiven und akademischen Leistung bei ein- und zweisprachigen Grundschulkindern.

Im laufenden Projekt MoBiLe untersuchen wir, welche Rolle sprachliche Prozesse und exekutive Funktionen (EF) für die kognitive und schulische Entwicklung im Grundschulalter spielen. EF sind Fähigkeiten, die eine Überwachung der eigenen Gedankengänge ermöglichen – z. B. die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her wechseln zu können. Unser Fokus liegt dabei auf dem Vergleich zwischen ein- und zweisprachigen Kindern (vor allem solchen mit Migrationshintergrund). Zum einen untersuchen wir die kognitiven Prozesse beim Lösen komplexer EF-Aufgaben bei zweisprachig versus einsprachig aufgewachsenen Grundschulkindern: Inwiefern hängen Blickbewegungsmuster mit der Leistung zusammen? Was sind die Unterschiede im Einsatz verbaler Selbstinstruktion bei ein- und zweisprachigen Kindern? Zum anderen beschäftigen wir uns mit der Rolle von EF und sprachlichen Kompetenzen für die schulische Leistung: Können Kinder mit guten EF – unter denen die zweisprachigen Kinder voraussichtlich überrepräsentiert sind – Schwächen in ihren sprachlichen Kompetenzen teilweise kompensieren? Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Sprachstatus (ein- vs. zweisprachig), sprachlichen Kompetenzen und EF und was sind ihre Beiträge zu schulischen Leistungen?

Kooperation: Prof. Henrik Saalbach und Susanne Enke, M. Sc. (Universität Leipzig), Prof. Dr. Julia Karbach und Dr. Verena Johann (Universität Koblenz-Landau)

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kontakt: Prof. Dr. Catherine Gunzenhauser

Finanzierung: Eigenmittel und Deutsche Forschungsgemeinschaft

Veröffentlichungen

Enke, S., Gunzenhauser, C., Karbach, J., & Saalbach, H. (2019, September 25–28). Bilingualism and verbal self-regulation: Consequences of language background and task difficulty for primary school students’ planning performance [Poster presentation]. 21st Meeting of the European Society for Cognitive Psychology (ESCoP), Tenerife, Spain.

Enke, S., Gunzenhauser, C., Karbach, J., & Saalbach, H. (2019, September 9–12). Bilingualism, problem solving and mental effort: Identifying cognitive effects of task demands in a planning problem via eye-tracking [Paper presentation]. 2. gemeinsame Tagung der Fachgruppen Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie (paEpsy) der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), Leipzig, Germany.

Enke, S., Gunzenhauser, C., Karbach, J., & Saalbach, H. (2019, August 12–16). Bilingualism and verbal self-regulation: A study on underlying processes of the bilingual advantage [Poster presentation]. 18th Biennial Conference of the European Association for Research on Learning and Instruction (EARLI), Aachen, Germany.

https://doi.org/10.1080/0163853X.2013.855577